»Als Wissenschaftler versuche ich, die Welt zu verstehen. Als Gestalter versuche ich, sie zu verändern.«

Friedrich von Borries

Prof. Dr. Friedrich von Borries (*1974) lehrt Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Als Gegenwartsanalytiker und Zukunftsgestalter agiert er in den Grenzbereichen von Stadtentwicklung, Architektur, Design und Kunst.
»Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Verhältnis von Gestaltung und gesellschaftlicher Entwicklung. Als Wissenschaftler versuche ich, die Welt zu verstehen. Als Gestalter versuche ich, sie zu verändern. Deshalb setze ich mich forschend und entwerfend mit den politischen Fragen auseinander, die unsere Gegenwart bestimmen.«
Neben Ausstellungen, wissenschaftlichen Studien und Publikationen entwickelt er Masterpläne, Filme, Designobjekte und künstlerische Projekte: Arbeiten, mit denen Menschen andere Möglichkeiten von sich selbst und der Welt entdecken und sinnlich erleben können.

Profil

Friedrich von Borries ist Beobachter, Entwerfer und Interven­tionist. Er analysiert die Wirklichkeit und greift gestaltend in sie ein. Dazu kooperiert er mit vielfältigen Akteur:innen, bewegt sich in unter­schiedlichen kulturellen Sphären und verbindet die Welt von Kunst und Gestaltung mit Wissenschaft, Alltagskultur und Wirtschaft.
Dieser Vorgehensweise entspricht die Bandbreite seiner Projekt­partner:innen. Zu seinen Auftraggeber:innen zählen kultur­polit­ische Einrichtungen wie die Kulturstiftung des Bundes, die Bundes­zentrale für politische Bildung und das Goethe-Institut, Behörden wie das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung oder die Stadtverwaltungen von Berlin, München und Frankfurt, aber auch Dax-Unternehmen wie Lufthansa und Volkswagen.
Ebenfalls breit gefächert ist das Spektrum derer, die die Umsetz­ung seiner freien Arbeiten unterstützen. Seine wissen­schaftlichen Forschungen wurden von anerkannten Institutionen (DFG, DAAD, Gerda-Henkel-Stiftung, Max-Planck-Gesellschaft) gefördert, seine kuratorischen Projekte und gestalterischen Arbeiten von ange­seh­enen Museen ausgestellt (u.a. Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg) und in die Sammlung aufgenommen (Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Neue Pinakothek München, Museum für angewandte Kunst Wien).
Zum Selbstverständnis von Friedrich von Borries zählt die öffentlichkeitswirksame Vermittlung der von ihm erarbeiteten Inhalte. Seine Texte und Gegenwartsdiagnosen werden von renommierten Verlagen (Suhrkamp, Fischer, Merve), Zeitungen (FAZ, NZZ, Die Welt, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel) sowie Publikums- (Der Spiegel, brand eins, Monopol, WirtschaftsWoche) und Fachzeitschriften (Arch+, Bauwelt, Baumeister, Garten + Landschaft, Texte zur Kunst) verbreitet. Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (von Deutschlandradio bis Arte) ist von ihm und seinen Arbeiten zu sehen und zu hören.
Die Weiterentwicklung von Design und Architektur begleitet er als Gutachter (u.a. für die DFG und den SNF) und Juror (u.a. für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit, den Social Design Award von Der Spiegel, den Sächsischen Staatspreis für Design und den Hamburgischen Elbkulturfond). Auch seine eigenen Aktivitäten wurden mit zahlreichen Preisen bedacht: vom europäischen NICE-Award for Innovation in Creative Economy über den wissenschaftlichen Studienpreis der Körber-Stiftung zu Designpreisen wie Red Dot, Iconic Award, German Design Award und international bauhaus award.
Neben Ausstellungen, wissenschaftlichen Studien und Publika­tionen verantwortete er Masterpläne, Filme, Designobjekte und künstlerische Interventionen: Projekte, mit denen Menschen andere Möglichkeiten von sich selbst und der Welt entdecken und sinnlich erleben können. Seine vielschichtige Arbeit macht Friedrich von Borries zu einem international gefragten Redner. Dabei verbindet er Kreativität, wissenschaftliche Expertise und gesellschaftlichen Weitblick mit Anschaulichkeit und Humor.
Er lebt und arbeitet in Berlin, Hamburg und Havelberg – und wo man ihn gerade braucht.

»Macher, Vordenker, Nachdenker.«

Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin

Methoden und Perspektiven

Friedrich von Borries agiert an den Schnittstellen von Wissen­schaft und Kunst, Theorie und Praxis. Als Zeitdiagnostiker analysiert er Phänomene der Gegenwart. Diese Analysen sind Ausgangspunkt für die Entwicklung von konkreten Ver­änder­ungs­vorschlägen und inspirierenden Zukunftsimaginationen. Gleichzeitig setzt er sich auch mit historischen Themen aus­einander. Dabei interessiert ihn, welche für heute interessanten Handlungsmodelle, Welt- und Lebensentwürfe bereits erprobt wurden - und was wir daraus lernen können, um eine bessere Gegenwart zu gestalten. Geschichte, Gegenwart, Zukunft und immer weder die Frage, wie ein sinnvolles Leben aussehen kann: Friedrich von Borries betrachtet die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven.
Viele seiner Projekte sind Versuchsanordnungen, in denen mög­liche Zukünfte erlebt, erprobt und getestet werden können. Dabei beschränkt sich Friedrich von Borries nicht auf einen vorab fest­steh­enden Methodenkanon, sondern richtet seine Arbeits­weise nach den jeweiligen Projektanforderung aus. Methoden und Praktiken unterschiedlichster Disziplinen fließen in seine Arbeit ein: Design, Architektur und Stadtplanung treffen auf Kunst, Tanz und Theater; Design-, Architektur- und Stadttheorie auf Medien- und Kulturwissenschaften, Philosophie, Politologie und Geschichte.
So entstehen – im Idealfall – aussagekräftige Projekte mit unterschiedlichen Ebenen und Ausdrucksformen.

Werdegang

Friedrich von Borries studierte von 1993 bis 1999 Architektur an der Universität der Künste Berlin, dem ISA St. Luc Bruxelles und an der Universität Karlsruhe (TH), wo er 2004 promoviert wurde. Von 2001 bis 2003 unterrichtete er an der Technischen Universität Berlin, von 2004 bis 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau. 2007 bis 2008 war er Gast­wissen­schaft­ler an der ETH Zürich und am MIT Cambridge (Mass.) und Gastprofessor an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg, 2009 Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin. Außerdem war er 2007 bis 2012 Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie für Naturforscher Leopoldina. Von 2003 bis 2009 leitete er gemeinsam mit Prof. Matthias Böttger die Agentur raumtaktik in Berlin. 2008 war er Generalkommissar für den Deutschen Beitrag auf der XI. Architekturbiennale in Venedig, 2009 wurde er an die HFBK Hamburg berufen und gründete in Berlin das Projektbüro Friedrich von Borries, das er bis 2022 führte. 2020 initiierte er mit Dr. Torsten Fremer Vorstellungskraft X – The Art of Transformation.

Leistungen

Manche Projekte von Friedrich von Borries entstehen auf Eigen­initiative, aber viele auch durch Anregung von außen, in Form von Aufträgen oder als Kooperation. Diese Projekte beginnen meistens mit einem Dialog, aus dem etwas entsteht, was keiner der Betei­ligten vorher erwartet hätte. Außerdem begleitet Friedrich von Borries Unternehmen und Institutionen bei Konzeptentwicklungen und in Veränderungsprozessen. Gerne ist er auch als Moderator und Vortragender aktiv.

Kontakt

Wenn Sie mit Friedrich von Borries in Kontakt treten wollen, schreiben Sie eine Mail an: fb@friedrichvonborries.de